Runen sind germanische
Schriftzeichen. Sie wurden im Zeitraum zwischen dem 1. Jh. v. und dem
2. Jh. n. entwickelt. Eine genaue Datierung gibt es bisher nicht. Auch die Inspirationsquellen
(Griechisch, Lateinisch, Etruskisch)
sind nicht gesichert und heftig umstritten. Die Runenreihe nennt man nach ihren ersten sechs Zeichen
Futhark (ᚠ ᚢ ᚦ ᚨ ᚱ ᚲ). Insgesamt
besteht sie aus 24 Symbolen. Der große Unterschied zu herkömmlichen Schriftsystemen ist, dass jeder
Buchstabe nicht nur einen Lautwert
besitzt, sondern gleichzeitig auch einen Begriffswert aufweist. ᛏ etwa ist das Zeichen für den Laut T/t
und ebenso das Symbol für den
Kriegsgott Tyr, der ursprünglich mit dem
Begriff Tiwaz benannt wurde, weshalb dies auch der Name der Rune ist.
In einem Text kann ᛏ also T/t oder Tyr
bedeuten. Weitere Besonderheiten sind, dass Runen von links nach
rechts, von rechts nach links und in Schlangenlinien (bousthrophedon: griechisch für „wie der Ochse
pflügt“). Meistens kommen in
Sätzen oder Wörtern keine Doppelbuchstaben vor. Darüber hinaus können Runen über ihre Längs- und
Breitachse gespiegelt werden und
Punkte markieren oftmals die Zwischenräume der Wörter. Natürlich verstand sich nicht jeder auf die Kunst
des Runenschreibens oder
besser gesagt des Runenritzens, denn meist wurden sie auf harten Oberflächen wie Holz, Stein oder Metall
angebracht. Die meisten
Ritzer waren wohl dem kultischen Bereich zuzuordnen und betätigten sich als Priester oder Seherinnen und
die Runen dienten ihnen
neben einfacher Schreibarbeit besonders für magische Handlungen wie Zauberei oder Beschwörungen und
besonders für das Vorhersagen
der Zukunft. Runen unterlagen einem Wandel und aus dem ursprünglichen gemeingermanischen oder
älteren Futhark (1. Jh. v. / 2. Jh. n. - 8. Jh. n.) entwickelte sich das in der Wikingerzeit gebräuchliche
jüngere Futhark, indem manche Symbole vereinfacht wurden und andere ganz wegfielen, sodass es nur mehr
aus 16 Zeichen bestand. Als
mit der Christianisierung der Glaube an die alten Götter verschwand, waren auch die Runen und ihre Magie dem
Untergang
geweiht. Die im Internet so oft erwähnten keltischen Runen gibt es nur in der Fantasie mancher
Esoteriker und in den Köpfen jener,
die noch immer krampfhaft versuchen, Germanisches als keltisch zu tarnen.