Riesen zählen zu den ersten Wesen, die es auf der Welt gab. Ihr Ahnherr Ymir entstand durch die
Zusammenkunft von Funken aus Muspellsheim und geschmolzenem Wasser aus
Niflheim. Aus ihm entstanden alle anderen Riesen und schlussendlich auch die
Götter. Streng genommen gehören Riesen ebenfalls zu den Göttern,
bzw. bilden ein eigenes Göttergeschlecht. Sie stellen die Naturgewalten dar, mit denen sich Menschen und Götter
konfrontiert sehen und sind Sinnbild der generellen Gefahr, mit welcher man sich in der Welt der Spätantike und des Frühmittelalters
konfrontiert sah. Nicht immer sind sie böse und manch einer schätzt ihre Gesellschaft und ihren Rat, aber im Umgang mit ihnen ist
Vorsicht die beste Versicherung und Thor ist beispielsweise oft damit beschäftigt, sie zu bekämpfen.
Ihre Heimat heißt Utgard, was Außenwelt bedeutet und somit alles bezeichnet, was nicht von Menschen oder
Göttern bewohnt ist. Grundlegend teilt man sie in Reifriesen, die man auch Hrimthursen nennt und
vorwiegend in Niflheim wohnen und in Feuerriesen, welche Muspellsheim
heißen und Muspellsheim ihre Heimat nennen. Jötunheim ist ein weiteres Reich der Riesen, deren
Bewohnern aber keine spezielle Eigenschaft wie Eis oder Feuer nachgesagt wird. Bekannte Riesen sind etwa Ymir,
Loki, Utgardloki, Ran, Ägir,
Skadi, Hymir, Skrymir, Thrym, Thjazi, Hrungnir, Uller, Gerda, Baugi, Suttung, Gunnlöd, Vafthrudnir und
Surtur. Ihr Ringen mit den Göttern wird in den
Ragnarök seinen Höhepunkt erleben, in denen die Welt, so wie man sie kennt, in ferner Zukunft dem
gewaltigen Kampf und der entfesselten Zerstörungswut der Elemente zum Opfer fallen wird.