Generell wird der Wanenkrieg als erster Krieg überhaupt bezeichnet, was aber nicht stimmt, da einige Asen
zuvor bereits beinahe das gesamte Geschlecht der Riesen ausgerottet hatten, was ebenfalls als Krieg
anzusehen ist. Der Auslöser des Wanenkrieges war wohl Gullveig. Die zauberkundige Wanin, deren Name
"Goldgier" bedeutet, kam nach Asgard, und brachte die Kapitalsucht mit. Weshalb die
Asen auf sie losgingen, bleibt spekulativ, hängt aber bestimmt mit ihrer Zauberkunst oder mit der
Maßlosigkeit im Umgang mit Gold, die stets Zwietracht sät, zusammen, weshalb die Asen sie dreimal
erfolglos verbrannten, was sie jedoch nicht weiter beeindruckte. Geschockt über den Umgang mit einer der ihren, zogen die
Wanen in die Schlacht, in der keines der beiden Göttergeschlecht
das andere zu besiegen vermochte. Müde vom Schädelspalten schlossen sie Frieden und besiegelten ihn, indem der Speichel aller
Kriegsteilnehmer in einem Gefäß zusammengerührt und zu allem Überfluss der Mensch Kvasir daraus
erschaffen wurde. Dann tauschten sie Friedensgeiseln aus, weshalb Njörd, Freyja und
Freyr zu den Asen gelangten und Hönir und Mimir zu den
Wanen. Diese machten Hönir zu ihrem Anführer, da er ihnen als Wunderwuzzi verkauft worden war,
merkten aber bald seine Handlungsunfähigkeit in Abwesenheit von Mimir, weshalb sie Mimir einen Kopf kürzer machten, um Hönir
bloßzustellen und schickten das Haupt zurück nach Asgard, wo Wotan ihm
wieder Leben einhauchte und von nun an sein Berater war. Böse Zungen behaupten, Freyja sei Gullveig
gewesen, um als Spitzel die Kräfte der Asen auf die Probe zu stellen.